Maitage 24

Ein Tag im Mai

Was passiert denn im Grunde mit mir, wenn ich schreibe?
Ich greife tief in mich und schöpfe aus der Kraft der Stille, die friedlichen Ursprungs ist.
Ich erneuere mich und fördere zu Tage, was gelesen und gelebt werden möchte (von wem auch immer).
Das scheint mir die ART & Weise zu sein, wie meine Schriften entstehen.
Wo dies hinführt erfahre ich erst, wenn ich oder jemand anderes diese Wege geht.
Ich werde schreiben um zu sehen was dabei herauskommt, nicht?
Es fühlt sich auch so an, als ob ich dadurch mich selbst recycle, diese alten überholten Gedanken über etwas oder mich selbst. Wie ein erfrischen durch neuen Quell!

Schöpferisches tätig sein
Eher ein tätiges Sein als ein tätig sein?

Frische Synapsen- und Herzensklänge, vibrierend durch das Lebensnetz.
Finden weise und leise ihren Weg zum Ziel.
Wo das ist? Im Geiste des Lebens. An der Biegung,
Dort wo das Wasser hinab rauscht,
Um nach dem eintauchen als Fluss allmählich
Fahrt aufzunehmen. Dem Lauf des Flusses folgend
Und die Ufer erneuernd.
Wohliges Wachstum Am Rande des Seins.

In Stille aus dem Herzen schöpfen birgt das größte Potenzial,
Für sich Selbst, und alles Lebendige.
Echtes WandelPotenzial.
Entscheidend ist wohl das, was zwischen dem was es „zu tun“ gibt reift. Bzw.
entsteht und an die Oberfläche hervorbricht.
Wir setzen Wegpunkte für ein Gedeihen in neuem creAktivem Fluss.
Co-kreatives Schöpfen durch die Zeitenwende, entlang dem Lebensfluss.

Co-kreAktives Sein.

Aus der Kraft der Stille, innerem Frieden und mit dem Herzen tätiges Sein.
Tätig sein und tätiges Sein ist nämlich ein Unterschied!
Ein mal ist das Tun größer, ein anderes mal das Sein.

Leichthin gesagt und doch braucht es neu Gelerntes.
Es wird durchaus unbequem, rasant bis sehr langsam wohl.
Freudiges Entdecken durch den WeltenStrom!

Schwebeluh!


Ein Tag im Mai

ISIDE

Unten herrscht Kampf,
Oben regiert der Frieden.
Ist es wirklich so oder ist das mein alleiniges erleben?
Die Casa ISIDE ist auf etwa 1100m angesiedelt, der Weg bis nach oben ist sehr steil und ich fahre ihn mit einem Allrad-Fahrzeug. Unten befindet sich der wunderschöne Lago D´Iseo und ein hübsches Örtchen mit allem was man so benötigt. Typisch italienische Gassen, Vespas und laute mit Händen bekräftigte Gespräche zwischen den Einwohnern machen es sehr lebendig. Und trotzdem. Ich sitze vor einem Cafe, in der nähe ein Zigarettenautomat der fast minütlich angegangen wird. Die Hektik ist durchweg spürbar und das Tempo wird durch Kaffee zusätzlich angeheizt. Bei genauem hinsehen ist es vielleicht entspannter als in Deutschland, was nicht all zu schwer ist, doch fühlt sich das Tempo mit dem Menschen hier vorbei rauschen an wie künstlich erhöht. Von freudigem Schaffen oder Dolce Vita ist bei den Menschen, die ihren Alltag hier verbringen auch nicht all zu viel zu erkennen. Sie lächeln mehr als die Deutschen und gehen mit dem Aufkommen der vielen Arbeit („viel zu tun“) anders um und doch hinterlässt es Spuren in der Seele, dem Geist und Körper. Oberflächlichkeiten und Ablenkungen sind hier genauso vorhanden.
Die Gegend ist jedoch um einiges schöner, sanfter und mit weniger Beton zugekleistert. Rund herum sind die mit Wald bewachsenen Hügel zu sehen. Aus der Mitte des Sees ragt eine große, bewohnte Insel hervor. Es ist sehr schön, keine Frage und ich genieße den Ort sehr. Der TAKT allerdings schlägt auch hier unnatürlich schnell und in ungesunder Rhythmik. Und ich befinde mich noch in einem sehr kleinen Örtchen um den See. Die nächsten kleineren Städte kommen erst in 30km Entfernung. Der Puls ist trotzdem spürbar. Abgedämpft aber spürbar. Der Puls der „Gesellschaft“.

> MUSIK <

Ein untergründiger Beat, ein rütteln durch den Boden, durch die Erde.
Hier und dort lauter als die Trommeln unserer Erde,
Bahnt es sich lärmend, egoistisch und ausbeuterisch in unsere Rhythmen.
Wir gehen, laufen, rennen und tanzen unbewusst, gezwungen und selbstironisch den „Tanz der Moderne“.
Schwer, kraftvoll und lästig sind die Schritte,
Hart, mechanisch und ermüdend die Beats.
Abgehoben, autoritär und ärgerlich die Zwischentöne.


Was mich hier „oben“ auf dem Berg wieder einhüllt ist Frieden. Zumindest erkenne ich es als dieses. Eine Qualität, die begleitet durch Vogelstimmen, Winde durch Bäume eines Mischwaldes, tiefe Stille und nur wenige Menschen erzeugt wird. Die Erde ist so präsent fühlbar, als wäre sie eine Person, die mir allseits wärmend zulächelt. Der Fluss plätschert seinen Weg herab als ob er uns ein Lied singt. Alles ist eingebettet und Verbunden in einer wohligen lebendigen Sinfonie. Und wir dürfen Teil davon sein.
Das fühlt sich großartig und zutiefst harmonisch an. Das Ergebnis in mir ist Frieden.
„Unten“ existiert diese Qualität kaum noch. Zu viele krasse Zwischentöne und keine bis lausig genutzte Pausen. Obwohl wir es uns im Grunde einfach machen könnten, indem wir die Natur wieder lauter werden lassen als den Puls der Moderne. Unseren inneren Puls hören, unserem eigenen T-AKT zu folgen beginnen…

Wie klingt Frieden für dich?


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Was bedeutet es wohl, dem eigenen Lebens-TAKT zu folgen?
Sich nicht irritieren zu lassen?
Den ureigenen Puls zu fühlen, sich nicht ablenken zu lassen und
Sich danach auszurichten?
Sich Raum zu nehmen, um den inneren TRaum entstehen zu lassen?


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Ein Tag im Mai

Transformativer Aktivismus

Wie schaffen wir vertrauen?
Vertrauen in uns und die Welt?

Unser Vertrauen muss sich wieder mit unserem lebendigen Planeten verbinden.
Nur dann haben wir als Lebewesen auf diesem Erdball eine Chance lebensdienlich zu gestalten und uns entsprechend zu verhalten, weniger zu verwalten…

Die Spalten für ein regeneratives Verhalten,
Sind zu finden im alten bröckelnden Schutt unserer Selbst.
Dort im Staub sind die zerfallenen Träume,
Aus deren Abkehr wieder Grün gedeiht.
Geweiht in Verbindung mit Erde, Mensch und Himmel,
Verliert die alte Geschichte an Macht und unsere Pracht
Als die die wir sind gelangt zum Vorschein.
Die Schwingen des Wandels tragen uns,
Wir wissen nicht wie weit.
Wohlwollend bedingungslos los.
Windstoß um Windstoß erheben sich Chancen,
Fachen an die Feuer,
Jene die gefüllt mit liebevollem, kraftvollem, weitem Bewusstsein
Unser Sein zu verändern im Stande sind.
Am Rande der Gesellschaft wohl gedeiht es am besten,
Bis dann Pollen per Flug und Leben weben frischen
Mut in verlorene Regionen,
Um zu wässern was geraubt und tot geglaubt.
Erlaubt es euch. So wird uns geschenkt,
Was wir brauchen, um uns dabei nicht zu verbrauchen
Oder zurück zu fallen in der Sünde Scham.

Wie schaffen wir wieder vertrauen?
In dem wir uns mit unserem Heiligsten rück verbinden,
Schaffen wir und erzeugen wir vertrauen und Verbindung untereinander.
Wie tragen wir dies mit uns in die Welt?
Durch Transformation und Brückenbau, nicht wahr?

Wie geht Transformation?
Indem wir gemeinsam dem Schmerz begegnen,
Entledigen wir uns seiner Gefangenschaft und
Machen das dringend benötigte WandelPotenzial frei.
Wir öffnen das Portal zum Wandel,
In Rückverbindung und dem Wissen,
welcher nächste Schritt der richtige Schritt ist.
Gemeinsam mutig Richtungen Auskundschaften,
Erproben und los gehen. Beackern des alten und
Ernten im Neuen. Ressourcen für neue totgeglaubte
Qualitäten führen zu neuen, anderen Realitäten
Und verwirklichen den gemeinsam gehegten TRaum
Unserer Erde.
Wandeln auf goldenen Pfaden,
Für jene die das wirklich wollen
Und sich am Scheideweg entscheiden.
Gegen das Leiden und für das Leben
Ist gesorgt.



Ein Tag im Mai

Als Gesellschaft müssen wir im Grunde Wiedergutmachung leisten, nicht? Für Brücken in eine lebensdienliche Kultur sorgen. Sonst haben wir unser Anrecht auf Leben verwirkt und werden untergehen.
Jede Geste der Sanftheit und Milde ist ein Beitrag zum Glück für uns Jetzige und Zukünftige.
Das größte gemeinsame menschliche Ansinnen kann nur sein, eine lebensdienliche Kultur zu entwickeln, zu leben und sich in wohlwollender Vielfalt in Verbindung entfalten zu lassen.
Wenn das alte System mit seinen alten Mustern im neuen Leben nicht mehr vorkommt und mit den alten Wirkmechanismen keinen Profit mehr erwirtschaften kann, wird es unnütz und stirbt ab oder? Aufzubauen was uns nährt, somit das Licht bewegen und nicht die Düsternis, baut die Brücken in dieses neue Land. Wenn das alte stirbt, gleicht dies unserem eigenen Ego in diesem Prozess – es wird sich aufbäumen, schreien und sich an alte Muster klammern. Es ist wichtig, nicht rückfällig oder gehässig „dagegen“ vorzugehen. Nachhaltigen Wandel schafft nur Mitgefühl mit uns selbst und Wiedergutmachung unserer ART & Weise und demnach mit der Welt umzugehen. In Verbindung gesehen eben mit uns Selbst. Und nur wir selbst sind verantwortlich für unsere Leben und dessen Gestaltung. Und genauso wenig wir unser Ego sind, sind wir diese Muster. Wir sind mehr und wir sind tiefer und besser als diese Form der Blindheit/Illusion!


Ein Tag im Mai

Ihr habt viele Talente und Fähigkeiten? Gut!
Es ist genau die richtige Zeit dafür diese in den Dienst einer lebensdienlichen Kultur zu stellen, nicht wahr?

Gab es nicht mal eine Zeit in der Geschichte, in der Frieden & Pluralismus unter den Religionen & Kulturen unserer Zeit regierte? Eine „goldene Zeit“ ? Nicht im kriegsbedingten Rausch des Kapitalismus der goldenen Zwanziger sondern ein echtes kulturelles Verständnis und wohlwollendes befruchten und lernen voneinander. Gab es das vor dem Durchmarsch der „Kirche“ vielleicht?
Wieviele Arten und Unterarten und verwandte Gruppen, Clans, Tribes und Dörfer gab es in der Blütezeit des christlichen Glaubens?
Was braucht es um in den alten verblassten goldenen Spuren zu lesen?
Was braucht es um die alten goldenen Pfade wieder zu entdecken und nicht auf kulturellen Einkaufsbummel und Aneignung zu gehen?
Was braucht es um sich mit altem Wissen und vergessenen Kulturen zu verbinden, auf das diese Inspiration alte Brücken erneuert und wegweisende Übergänge in eine neuzeitliche, aktuelle lebensdienliche Kultur ebnet?

Liegt die Brücke, liegen die Brücken auf die wir uns einlassen in hohem Bogen vor uns, sehen wir die dahinter liegende Welt nicht. Sie existiert nur als Utopie. Gehen wir aber die Schritte und Stufen Stück für Stück den Bogen Hinauf, gelangen wir irgendwann auf eine Stufe, die uns erlaubt alte Muster weit genug hinter uns zu lassen und mit dem leichteren Gewicht und neuer Zuversicht über die Bogenmitte hinauszuschauen. Was sehen wir?


Ein Tag im Mai

Brücke(n) bauen am Feuer

Aus einem Gespräch mit Diana am Feuer:
Ob wir wohl irgendwann ein mal „angekommen“ sind, dort wo wir hin wollen?
Naja… das ist wohl keine Aufgabe, die in einem Menschenleben schaffbar ist.
Huhmm. Wahrscheinlich nicht. Eher so ein Brückenbauen Stein für Stein, Stück für Stück.
Manchmal setzt man den nächsten Stein und er hält. Nach einer Weile kann man ein neues Stück vom Bogen über die Schlucht gehen und sieht mehr vom Horizont in der Ferne. Dann ein anderes Mal, hält der Stein nicht und man hat beide Füße darauf. Dann stürzt man in die Tiefe und muss sich über den Flusslauf wieder zurück spülen lassen. Beim nächsten mal fehlen Ressourcen um einen neuen Stein für die Brücke herzustellen und es braucht viel Kraft und Geduld. Ein anderes mal stößt man sich am halbfertigen Geländer und muss sich verarzten und regenerieren oder man rutscht in die Lücke im Geländer und stürzt ebenso hinab, bis man den Weg zurück findet. Man trägt die Steine immer und immer wieder zur Brücke, für den nächsten Meter.
Gemeinsam geht dies sehr viel schneller, dieses Brücken bauen! Und kann hier und da auch für mehr Unordnung sorgen. Doch werden die Steine resistenter und bunter. Der Weg über die Brücke wird sicherer und ein „Wir“ ist im Neuland sicher zu gebrauchen!


Ein Tag im Mai

Bereit sein – Notwendigkeit oder Sehnsucht

Um eine Brücke bauchen zu wollen bzw. Die Notwendigkeit dafür einzusehen und einen „Übergang“ zu erstreben, muss ich an den Rand der Klippe geraten, vielleicht sogar mit einem Bein abrutschen um zu bemerken, dass dort eine Klippe ist, die ich vorher nicht beachtet oder mir weggedacht habe. Um die Brücke bauen zu wollen,  brauche ich entweder genügend Sehnsucht oder aber absolute Notwendigkeit die mich drängt. Beides stärkt meine Motivation, auch gleichzeitig auftretend. Ich muss diese Brücke in aller erster Instanz für mich oder meine Liebsten bauen wollen, sonst wird meine Motivation nicht ausreichen. Ist der Punkt erreicht, an dem ich aus innerer Motivation nicht um einen Brückenbau herum komme, fängt der Spaß an. ;P

Ein Tag im Mai

Ist das Brücken bauen transformativer Aktivismus ?

Ja und nein. Eher ja als nein.
Ja, weil es die kreierende Tat nach bewusster Entscheidung des Begreifens und darüber hinaus Träumens nach sich zieht.
Nein weil – ja nun warum eigentlich nein?
Nein nur dann nicht, wenn das Ergebnis nicht aus einem mit gemeinsamen Bedürfnissen, Gefühlen und aktuellen Umständen verbundenen Träumen entspringt. Das ist der entscheidende Knackpunkt. Ist dies nicht aus diesem einen gemeinsamen Traum entsprungen, ist das Ergebnis vorprogrammiert: Trennung. Zu viele alte Muster (wieder) in Form gebracht. Der diesseitige in Form gebrachte Wahnsinn lautet schlicht: Kapitalismus / patriarchale imperiale Lebensweise. Was letztlich und hier bedeutend – einer Denkweise entspricht! Geprägt durch unser Vorfahren Traumata, Verfehlungen, Gewohnheiten. Diese ARTen & Weisen gilt es zu verlassen, zu überwinden, zu heilen, zu erweitern. Und dies möglichst OHNE dabei die halbe Erde auszubeuten…denn wo waren wir gerade? Ach ja…Teufelskreise

Teufelskreise
Eine Weise der das Herz fehlt.
Was darüber noch zu verlieren?
Lebend(digkeit) so weit das Auge reicht.
Drum weicht! Lebensfressende Weisen,
Niemand braucht euch mehr. Aus immer mehr
Ohne tiefen Sinn und Liebe möge auferleben
Eine ART & Weise wie wir sie noch nie gesehen.
Erleben wünsche ich euch sie!
Leben spendend, transformierend, kreierend – kreativ angewandte Lebensweise(n):
Ein TⱯKT!



Ein Tag im Mai

Wo die Reise so hingeht…

Nur im verschenken sind wir wirklich frei.
Sich selbst nicht als Leistungseinheit wahrzunehmen sondern als göttliches (schöpferisches) Wesen Mensch, ist ein starker rebellischer und ermächtigender geistiger Akt, nicht wahr?
Gehen wir von der Grundannahme aus, wie seien vor allem Funktionseinheiten auf einem „freien“ Markt, sind wir mit unserer Menschlichkeit dem Marktmechanismus unterworfen. Dann haben wir uns selbst dazu erniedrigt.
Schöpferisch tätig sein, ist dies nicht das Gegenteil von „für“ den Markt zu „produzieren“ (in erster Linie)?
Liegt der Ursprung des schöpferisch tätig seins nicht im Sein selbst?
Ein tätiges Sein? Widerspricht sich das nicht?
Ist das Sein losgelöst vom Markt und entkoppelt von imperialer Denkweise im allgemeinen, findet sich ein schöpferischer Funke, den es gilt zu verfolgen.
Wo der hin führt? Sicher nicht „auf den Markt“….

Zu schöpfen bedeutet nicht zu konstruieren!
Zu schöpfen ist viel bedeutsamer und auch tiefer in uns angelegt.
Es Bedarf Stille und einen weniger wollenden Verstand.
Es ist ein tiefer einsinken in den Geist, eine Aufgabe und Hingabe.
Es ist ein Eins werden mit der Inspiration selbst.
Dann geschieht Magisches.
Es kann kein Ziel haben, es kann sich nur gut er-schöpfen.
Es kann keinen Zweck haben, es kann nur sein.
Es ist unverkäuflich, auch wenn es zur Ware gemacht werden würde,
Was die innenwohnende Magie verschleiert und für den Betrachter nur
Das hohle Spiegelbild seines käuflichen Selbstes zurückwirft.
Magie, nicht wahr?


Es geht beim Schöpfen wohl vor allem darum, den Gesellschafts-Verstand hinter sich zu lassen oder?
Wie geht das? Erst mal ja nur sequenziell.
Was braucht es dafür? Für Jede/n etwas anderes.
Was hilft mir? Abgeschiedenheit in der Natur. Liegt irgendwie auf der Hand..
Dieses „zwischen den Geschichten“ Sein.
Es ist kein Abspalten. Kein Trennen im konkreten Sinn.
Es ist ein hinter sich lassen. Vielleicht ein Aussparen.
Vielleicht vergleichbar mit auswandern?
Ein geistiges auswandern.
Natürlich bleibe ich verbunden mit dem, wo ich herkomme bzw. geboren wurde.
Und doch verlagere ich meinen Schwerpunkt meines Alltags.
Um beim Denken zu bleiben – ich verlagere meinen geistigen Schwerpunkt in einen Raum zwischen den Geschichten. Ein Raum zwischen meinen alten geistigen Bezügen und Bedeutungen hinüber, auf einen Brückengang. Die Steine, die so eine Brücke benötigt könnte man als Muster begreifen. Muster als Knotenpunkte gedachter und gelebter ART & Weisen.
Im Grunde unsere Strategien, mit denen wir uns bisher „am Leben“ gehalten haben bzw. Im Überlebensmodus umhergeirrt sind. Um die neuen Brücke(n) zu bauen, benötigen wir neue Steine, neue Wegsteine…wie diese Uralten die an sehr alten Wander-und Handelsrouten besondere Punkte markieren. Solche gilt es aufzusuchen, zu finden und sich mit dem alten Wissen, das sie beherbergen und hüten zu verbinden, um daraus wiederum neue Strategien zu schöpfen. Der Weg dorthin wird erschöpfend sein. Das ist gut und wichtig. Nur dann wird genügend Raum frei, um das alte Wissen neu anzuwenden. Im Hier & Jetzt zwischen den Geschichten.
Und so wie man eben nicht schafft, mal eben durch Aktionismus getrieben, auszuwandern, erweitert man seine geistige Landschaft nicht, geschweige denn seine Handlungsmuster.
Es geht nur mit einem gemeinsamen Traum vor Augen, dranbleiben und passo per passo durchleben, integrieren, neu zusammen finden.

Ein Tag im Mai

Könnte man tagtäglich von dem was man in den Breitengraden der modernen Gesellschaftswelt erlebt, Vierteltags in einen Raum zwischen den Geschichten schlüpfen, in dem die Zeit langsamer verläuft und kein Lärm herrscht, was würde man wohl feststellen?
Würde man seinen Körper besser spüren, sein Herz pochen hören und bemerken wie sich der Verstand und die Spulen, die in ihm verlaufen um die Informationswellen zu tilgen, beruhigen?
Würde wirklich Ruhe einkehren können? Innere Ruhe?
Vierteltags würde nicht ausreichen…
Halbtags vielleicht?
Zumindest ein weit genug weg vom Lärm der „Zivilisation“.
Je weiter weg, umso weniger Zeit vor Ort, umso mehr Zeit bis hin.
Es würde sein wie ein kleiner Dimensionsriss, den man plötzlich überquert.
Ein hindurch springen.

Und dann? Ist man erst mal auf sich allein gestellt.
Kein Lärm bellt weit und breit, da sinkt der Geist auf neuen Grund,
Schwund des Alten – bei Gott, führt den Menschen zum Arzte!
Der würde ihm raten, dies zu wiederholen so oft er kann.
Allein in neuer Verbundenheit, kein Lärm weit und breit.
Kraft aus innrer Ruh´ – klingt gescheit.
So sinkt der Geist und lässt verrauchen,
Was Mensch kann nicht mehr gebrauchen,
Damit aufgehen darf neue Saat:
Ein wachsender Wandel-Rat,
Der dreht am Rad und fügt sich zusammen.
Dort zur Zeitenwende spielt sich’s ab,
Wer hätt’s gedacht!


Ist das nicht eigenartig? Um gescheit transformieren zu können, braucht es Ruhe, Stille, Klarheit. So etwas in der Art. Kein verfallen in Aktionismus, der nur schlimmer macht, was schlimm genug. Warum? Weil es keine Möglichkeit gibt durch Aktionismus etwas an der Wurzel zu behandeln. Es trägt unsere alten Verletzungen, Wirkmechanismen und daran notgedrungenen Strategien weiter. Es entsteht ein alter Mist in „neuer“ Form.
Um großartig einen Schritt nach vorn zu gehen, bedarf es FreiRäume, stille Räume, gemeinsame Klarheit, echte Ruhe, es braucht ein herunterfahren des Alten, damit irgendetwas neues herauffahren kann…rationalistisch gedacht können Computer das ganz gut. Um ein neues Update zu realisieren, gibt es eine neue Codierung bis in die Tiefe der Software und dann – ein Neustart, nicht?
Also wieso machen wir immer das gleiche und kreieren (meistens) gemeinschaftlich kulturellen Blödsinn und Kapitalismus in alten patriarchalen, imperialen Grundstrukturen?
Lass(t) doch mal Re-booten!

Ich bin in den letzten 10 Jahren meines Lebens glaube ich nie mehr wirklich „zur Ruhe“ gekommen. Ob Beziehungsdramen, viel arbeiten müssen, nie enden wollendes Engagement als Verantwortungshebel der sonst drohenden Ohnmacht, generelle Ablenkungstaktiken, Hast & Unruhe haben im Grunde mein Leben bestimmt. Gibt es dafür einen guten Grund? Nicht wirklich.
Vielleicht die Angst, sich dem zu stellen was aufkommt, wenn Ruhe & Stille einkehrt…
Was passiert ist einfach: Man findet sich wieder als Mensch zurecht. Was letztlich bedeutet, ein anderes Leben zu führen und sich aus den alten strukturellen und unorganischen Mustern zu lösen. Aufzuweichen, auszuweichen, zurückzuwerfen, ablassen, zulassen, weiter gehen.

Passo per Passo. Insieme.

Denn warum nicht nutzen, so groß wie möglich zu träumen und so spielerisch und klein wie möglich umzusetzen, Schritt für Schritt?

Das probier erst mal!

Wie sieht dein TⱯKT aus?

Musik: „Open Up and Fly..“ – Hymn to the Soul (LAOR)

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