Blutiges Meer


Lasse ich mich erleben, was mich Schmerz erfahren lässt und schaffe ich während dessen
bewusst zu bleiben (bzw, schaffe ich mir im Nachhinein bewusst zu machen, was wirklich passiert ist),
also einer Kombination von in liebevoller Verbindung mit mir zu sein und genügend freier Sicht –
unverstelletem Bewusstsein, ein Akt transparenter Beobachtung (NICHT abgetrennt von den eigenen Gefühlen). Ein sich bewusst fühlen. Ohne Bewertung, ohne Rest. Ein sich lassen, zulassen und loslassen der Schlacke und des Müssens. Dann findet Heilung ihren Weg durch meine Körper.
Wussten wir das?
Schon immer?

Ich glaube es ist eines der grundlegendsten menschlichen Fähigkeiten.
Eine Fähigkeit, die sukzessive abtrainiert und verlernt worden ist.
Heutzutage schaut man diesem „Wahrnehmen“ sehr skeptisch entgegen.
Naturwissenschaftliche Agenden, rationale Leistungskukltur und abgetrennte imperiale Lebensweise(n)
haben den Blick und unsere Körper darauf verstellt.

Ein Mensch der sagen wir den Zugang zu seinen Emotionalkörper in der Kindheit verloren hat,
wie soll dieser Mensch wirklich am Sozialleben zwischen Menschen oder Gruppen teilnehmen können?
Dieser Mensch würde sich eine oder mehrere Masken zulegen, mit denen er die Funktionalität des Überlebens in der Gesellschaft gerecht würde. Dieser Mensch würde sich Beispiele aus seiner Umgebung suchen, wo so ziemlich alle dieselbe Strategie anwenden. In aller Surrealität, entstünde eine Welt, die alle mitspielen und von der alle ausgehen es sei normal. Absurde Normalität moderner Gesellschaft(en).
Gesellschaften, keine Gemeinschaften, nicht wahr?
Geht auch nicht. Für echte Begegnungen, wirklichen Kontakt und liebevollen Verbindungen sind wir alle zu sehr verletzt, geschunden, verbaut, uns selbst fremd.

Fremde unter Fremden erhalten die Illusion aufrecht, normal (richtig) zu sein.

Der Schmerz sich einzugestehen, wie es wirklich ist, ist zu groß.
Verständlich. Unsere Psyche hält Wahrheit auf Dauer nur stückweise aus.
Ein Freilegen, ein waschen und reinigen einer sehr dreckigen Oberfläche.
Befreien von Spiegeln in Spiegeln, von Dreck und Schmiere.
Mal reicht ein trockner Lappen oder ein Windhauch um den Dreck zu beseitigen,
mal braucht es stärkere Mittel.

Ein Mensch, der seinen Emotionalkörper wirklich wieder hergestellt hätte,
wie würde dieser sich fühlen und was würde dieser tun?


Lautes, anfangs schrilles Lachen,
begleitet eine weite Brust,
einen leichten Bauch,
himmelwärts und erdwärts,
mittig blutend zurück ins Meer.


Erkennen der Echtheit,
der Lüge(n) in sich selbst,
aufscheuchend Illusionen.

Abfühlen der Gewichte.
Patronen unverletzt zur Seite
legend und mit Frieden antworten.

Wer sich echter Stärke bedient,
braucht keine Waffen.
Wer sich erkennt,
weiß um Frieden.

Innere Allianzen schmieden;
Durchlässige Immunität.
Fragile fraktale Freilässigkeit.


Von Empfindungen zu emotionalem Verkörpern zurück zu echten Gefühlen.

Wie ist es wirklich Mensch zu sein?
Wussten wir das?
Schon immer?



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