
Mit Liebe durch den Schmerz?
Durch´s Leben?
Ist das Leben eigentlich eine Schule?
Und die Erde der KlassenRaum?
WeltRaum?
LebensSchule.
In dieser Schule gibt es nur wenige aber sehr intensive Klassen.
Eine davon ist Liebe. Man kann es nicht abwählen und möchte
man seine LebensQualität steigern, muss man bestehen. Oder?
Prüfungen kommen unentwegt, ohne Ankündigung, groß und
klein. Versuche hat man so viele, wie man möchte (eher braucht)
und (vor allem emotionale) Kraft aufbringen kann. Schummeln,
täuschen und schwänzen wird zwar geduldet aber die Konsequenzen
sind fatal: Karma.
Nichts ist grausamer als Karma.
Nichts ist ehrlicher oder gerechter.
Mir selbst entkomme ich nicht.
Gibt es einen besseren Mechanismus, um mich zu lehren?
Ich denke nicht…
So also bedient sich die Lehrer*in der Liebe den Werkzeugen
der LebensSchule. Eine Tafel mit integriertem Spiegel, zeigt
der Klasse, den Liebenden ihr Handeln und lässt sie fühlen.
Während ich handle, sehe ich, wenn der Spiegel genutzt wird,
wie sich meine Gegenüber dadurch verändern und verhalten.
Die Tafel ist auch ein Versuch mir in Bildern und Kreidetexten
verstehen zu geben, was passiert. Der Versuch einer Erklärung,
damit mein Geist den Körper und mein Herz unterstützen kann.
Doch sind diese Gebiete fachlich nur schwierig verknüpfbar.
Sie folgen jeweils eigenen Gesetzen. Die LiebesSchule lehrt
den Umgang mit dem Herzen. Es steht im Mittelpunkt des
Geschehens. Durch den Körper werden die Gefühle und
Konsequenzen real erlebbar, lebendig. Während ich fühle,
kann ich nicht denken und umgekehrt. Höchstens beobachten, aber
auch das hat im Erleben seine Grenzen. Es gibt keine ordentliche
Stuhlreihe in diesem Raum,…es wird hier und da auch umgestaltet.
Manchmal wird getanzt, manchmal liegt man auf dem Boden herum,
manchmal stürmt es, manchmal fließt man mitten im Bach oder reißenden
Strom, manchmal wärmt man sich an einem Lagerfeuer, manchmal
genießt man Kerzenschein, dann wieder verbrennt man sich an einem
offenen Feuer und wird mit einem Flächenbrand überrascht, dem man nicht
entkommen kann. Mal säht man Samen auf verbrannter Erde, mal pflegt
man als Gärtner behutsam einen Garten. Manchmal ist man von Spiegeln
umgeben und weiß eigentlich gar nicht wer man ist, weil man viele ist.
Diese Klasse ist die Schönste und am besten darin, mir den Verstand zu
rauben. Es geht wenig um Logik oder geistige Höhen. Es geht um Fühlen,
körperliche Lebendigkeit, Leidenschaft, Nähe, Intimität und den Umgang
mit all diesen Themen in der LiebesSchule. Ich glaube nicht ein mal
die Lehrer*innen oder die Schulleitung wissen um den Lehrplan (es gibt
keine Lehrer*in, es gibt nur die Lehre). Alle sind dem ausgeliefert, was ist,
was geschieht. Die Erfahrensten unter uns versuchen dem ganzen den
Schrecken zu nehmen und helfen die Tafel mit integriertem Spiegel zu übersetzen.
Wohlwissend, dass es die Selbst-Erfahrung der Schüler*innen nicht ersetzen kann.
Für Fragen und Anweisungen fragen sie ihre Schule und das Leben.
