Ein Kleingartenverein

Dort wohnen eh nur alte Menschen mit konservativen engstirnigen Hirnen!

Alles nur Hirngespinst?

Es scheint, in jedem Gerücht steckt ein Fünkchen Wahrheit. Und einige Funken sprühen größer als andere…

Epos I „ganz Groß im Kleingarten“

Es war einmal ein Querulant. Er beschrieb sich nicht selbst als solchen, sondern wurde so benannt. Was natürlich eine Ehrung seiner Person bedeutete sowie dass er Quer in seinem Bett schlief. Ganz anders als „normale“ Menschen eben. „Normale“ Menschen, wie sie in einer Kleingartenanlage angesiedelt sind, mitten in Deutschland. Warum sind diese Kleingartenbewohner normal? Lasst uns die Geschichte hören.

Bub war nicht perfekt aber dieser cecke Bub wusste wie man Partys schmeißt, ebenso seine Freunde. Eines Abends lud er richtig viele, mindestens 8! junge Menschen ein (mit Verlaub, Junge Menschen haben in Gartenanlagen eigentlich sowieso nichts zu suchen, so sagte man dem Bub). Sie feierten sich und die Welt, wie es sich gehörte. Natürlich ging dies bis kurz nach Mitternacht. Genau das war der Fehler: Sie hatten Spaß! Freude, die einem Drachenpärchen, welches sich 2 Gärten weiter befand, missfiel. Denn sie nährten sich von Ärger, Sorge und Hinterlist. Wenn man sie darauf ansprechen würde, so würden sie es ihren „Frieden“ nennen. In etwa so, wie der Protagonist Quer im Bett schläft, verkohlen sie durch das Feuer welches sie speihen Begrifflichkeiten und heraus kommt …naja Asche über ihr Haupt!

Lange ließen sich das die Drachen natürlich nicht gefallen und schickten einen ihrer Minister. Dieser war besonders groß und angsteinflößend mit pechgrünen Schuppen. Man sagte, diese Art von Drachen würden immer alles richtig machen und wüssten alles und hätten immer recht. Der Drache lief von seinem Spießrutenlabyrint hinüber zum wilden Garten des Querschläfer. Der Drache konnte nicht mehr richtig fliegen, da ihn vor etlicher Zeit ein Spieß mitten in den Flügel getroffen hatte und bis dato konnte ihn niemand entfernen, da der Drache gar nicht wollte, dass man ihn entfernt, so sehr hatte er sich daran gewöhnt. Der Drachenminister lief also am wilden Garten vorbei und Spieh sein Feuer über den Zaun. Dabei raunte er: „Ich bin der Minister-Drache, ich kann nicht fliegen aber eure Zäune biegen!“ Der Zaun barst und die verbrannte Erde glich einer Müllhalde. Die wackeren Wilden hielten Stand, denn sie wussten mit solcher Art von Drachen umzugehen. Sie hatten davon gelesen! Man lässt sie am besten ausspeihen, bis Sie leer sind. Dann haben sie keine Energie mehr und verziehen sich wieder in ihren Unterschlupf. Gelesen, getan, schob sich der Drache zurück in seinen Bau. Hin und wieder rußte in der Ferne eine Aschewolke über sienem Haupt.

Ganz schön erschrocken berichteten die Wilden dem Bub, der ihnen den Garten diesen Abend überlassen hatte. Er konnte nicht recht glauben was sie da erzählten. Drachen! In einem deutschen Kleingartenverein! Er hatte Gerüchte gehört, dass es aber wahr sein mochte, im Traum hätte er nicht daran gedacht! Nun denn. Es musste etwas unternommen werden. Wer wusste schon wann der Minister-Drache wieder Feuer fängt? Den Zaun musste er reparieren, damit er dem Sturm, der vorausgesagt wurde stand hielt. So dann machte er sich gleich an die Arbeit und befestigte die Anlage.

In der Zwischenzeit schmiedeten die Minister-Drachen einen Plan, wie sie die cecken Wilden aus ihrer Gartenanlage vertreiben könnten. Sie beschlossen das Gartenministerium einzuschalten und trugen ihr Leiden sehr überzeugend und unter Tränen der Versammlung vor. Das Gartenministerium kannte die Drachen schon viele Jahre und vermutete, dass es sich bei der Sicht der Drachen um die richtige Sicht der Dinge handelte. Also hörte man die cecken Wilden nicht an und man lud sie auch nicht zu der Besprechung ein. Mit dieser Wahrheit, die sich wie nasses Konfetti im Garten-Kanzleramt ausbreitete war die Empörung den Wilden gegenüber natürlich groß. Niemand kam auf die Idee auch die andere Seite zu befragen. Prompt wurde eine Künidgung mit Siegel aufgesetzt und der Brieftaube mitgegeben.

Dieses mal machten die Ministerialen es richtig und sendeten die Botschaft direkt zum Gartenbesitzer – unserem Bub! Dieser staunte nicht schlecht als er das Schreiben las. Schmunzelt nahm er wahr, was das Gartenministerium ihm da vorwarf. Es könne nicht sein, dass der Zaun verkohlt und schief da so herumstand! Es könne nicht sein, dass man Spaß und Freude verbreite! Es könne nicht sein, dass man den „Frieden“ störe! Es könne nicht sein, dass man nackt (!) in seinem Garten herumlaufe! Es könne nicht sein, dass man sich gegen die Minister-Drachen auflehne!

Zugegeben, keines von diesen Dingen war wirklich bedrohlich. Jedoch genügte es den Garten-Ministern eine fristlose Kündigung zu erwirken. Jetzt wurde es spannend! Denn keiner dieser Punkte konnte so etwas rechtfertigen. Abgesehen davon, dass noch niemand mit Bub geredet hatte! Stelle man sich das vor. All diese feuerspeienden Drachen-Minister und ein aufgewühlter Gartenverband und niemand, wirklich niemand hatte den Mut oder die Courage Bub in die Augen zu schauen und zu sagen: „Wissen Sie, ihr Gärtchen hier gefällt mir nicht und ihre Gäste auch nicht und ihr Zaun, der ist schief! Achso und Friede Freude Eierkuchen oder Querschläfer wollen wir hier nicht!“ Vielmehr versteckte man sich hinter seinen Gärten, die schön waren, ohne Zweifel und aufgeräumt und so sauber. Aber wie ist das mit Kosmetik, die aufgetragen wird? Irgendwie möchte man etwas verstecken. Die Frage lautet nur was!

Somit blieb unserem Bub nichts anderes übrig als sich auf schriftlichen Zirkus einzulassen. Er ahnte wo das landen würde, fand es aber amüsant genug, mitzumachen. Die Frist zur fristlosen Kündigung ward bereits überschritten, was allein schon komisch genug ist. Ihm wurden zwei ominöse Brieftauben gesendet, die ihm unterschiedlichste Zeitpunkte für ein Treffen in der Basis des Kleingartengeländes nannten. Einer Eingebung folgend kam er den nächsten Tag pünktlich zu besagtem Zeitpunkt. Die Nacht vorher durchgezecht, wie es sich für einen Quertänzer gehört, stand er putzmunter und voller guter Laune 3 großen bärtigen Garten-Ministern gegenüber. Einer von ihnen war ein ganz besonders großer und weiser Mann. Man sagte von ihm, er hätte 1000 Krimis und Rechtsanwalt-Serien über Netzfux geschaut. Mit einer Röhre, die man TV nennt, konnte man heutzutage so etwas völlig verrücktes tun. Wie dem auch sei, unser Bub schreckte nicht zurück und begab sich in die Höhle der Kleingärtner. Für eine Höhle, war es doch äußerst gemütlich und er nahm in dem ihm zugewiesenen Stuhl Platz. Es dauerte nicht lang und Bub ahnte, dass er nicht, wie behauptet, zu einer Aussprache eingeladen wurde. Viel mehr zählte man noch einmal alles auf, was man ihm vorher per Brieftaubenpost hatte zukommen lassen. Es war also eine Lesestunde! Hätte er das gewusst hätte sich Bub etwas legereres angezogen. Naja, man kann eben nicht alles haben, nicht wahr! Nachdem der weise große Mann unserem Bub zugestand, das er auch nicht von schlechten Eltern war, wurde ein Resümee von Seiten der großen Kleingärtner gezogen: „Wir erlauben Ihnen noch bis zum Anbruch des ersten Monatsquartals hier ihr querdenkerisches Unwesen zu treiben, doch dann müssen sie ihre sieben Sachen gepackt haben und gehen!“ Dankbar für diese ruhmreiche Beschreibung seines Wesens, stimmte er zu. Das war überraschend für die großen Kleingärtner, denn sie hatten damit gerechnet, dass Bub ihnen mehr Schwierigkeiten bereitet. Was sie nicht wussten war, dass es ihm genügte zu sehen wie sehr sie sich darum bemühten ihren „Frieden“ aufrecht zu erhalten. Er hatte seine Meinung gesagt und war sich bewusst, dass alles war er sagen würde in das Gegenteilige verwandelt wurden wäre. Immerhin unterlagen die großen Kleingärtner einem Drachen-Zauber, obendrein noch dem Minister-Drachen-Zauber. Da brachte es eh nichts groß zu diskutieren und an den gesunden Menschenverstand zu appelieren. Apropos, wo war der Ministerdrache? Hatte dieser nicht den ganzen Brandherd erst beschleunigt? Die Legende erzählt, dieser Drache wollte unbedingt zur großen Kleingartenaussprechungskündigung kommen. Dummerweise hatte er vergessen, welche Abbiegung in seinem Spießroutenlabyrinth die richtige ist und hat sich bis zur Unendlichkeit in seinem eigenen Paradies verlaufen. Manche sagen er treibt dort noch immer sein Unwesen. Andere erzählen Geschichten über ihn und manche hören ihn Nachts seinen Feuerodem speihen,… vor allem dann, wenn sich Menschen laut und nackt in der Natur lieb haben.

In diesem Sinne dachte sich Bub,

bestellt er Liebe Grüße.

 

PS: Freigeister und Querschläfer vereinigt euch *_*


 

Auszug aus dem Epos II

Sie waren noch nicht so weit, zu erkennen, dass sie in einer individualisierten Gesellschaft leben. Sondern labten sich an dem was sie Frieden nannten. Frieden kann sich aber nur entwickeln und halten, wenn jeder seinen Spielraum bekommt, in dem er Mensch sein kann. Alles andere, was um die Menschen herum gespielt wird, ist nicht echt und besitzt wenig Relevanz. Viel wichtiger wäre es den eigenen Spielraum ein klein wenig zu erweitern und sich miteinander, mit – einander zu verbinden. Das kann nur auf menschlicher Ebene geschehen und nicht auf Ego-Ebene oder vertraglicher Vereins-Ebene. Die Menschheit pflegte lange Zeit das Heuschreckentum, ahmte einen Fischschwarm nach oder ereiferte sich als völlig durchorganisierter Bienenschwarm. Wirklich Kultur schaffend ist allerdings nur eine individualisierte Gemeinschaft, in der jeder einzelne respektiert wird, weil er ist und alle miteinander Leben und Teilen. Schaffen sich weiterzuentwickeln, bedarf eines jeden Einzelnen.

Toleranz ist eine Tugend und Kommunikation der Berg, den es zu überwinden gilt. (A&W)

Eine inspirierende Geschichte zum „Wir“ :

„Ein europäischer Forscher bot hungrigen Kindern eines afrikanischen Stammes ein Spiel an Er stellte einen Korb mit süßen Früchten an einen Baum und sagte ihnen, wer zuerst dort sei, gewinne alles Obst. Als er ihnen das Startsignal gab, nahmen sie sich gegenseitig an den Händen, kiefen gemeinsam los setzten sich dann zusammen hin und genossen die Leckereien. Als er sie fragte, weshalb sie alle zusammen gelaufen sind, wo doch jeder die Chance hatte, die Früchte für sich selbst zu gewinnen, sagten sie: „Ubuntu – Wie kann einer von uns froh sein, wenn all die anderen traurig sind?“
Ubuntu heißt in ihrer Kultur: „Ich bin, weil wir sind“.“

 

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