Hygiene

Große Gruppen, kleine Gruppen, Paare.

Allen Konstellationen scheint gemeinsam, dass sie um ihre Emotionen und Gedanken nicht wissen. Das ist schon eigenartig, immerhin leben wir in einer so „aufgeklärten“ Welt. Nur sobald eine Gruppe sich aus welchen Gründen auch immer zusammenschließt, und das kennt man schon aus dem Kindergarten, wird´s spannend, zumindest war das im Kindergarten so. Dort konnte man auch nicht anders als sein inneres Kind sein, weil man noch gar nichts anderes, reiferes kannte. Heutzutage wird es umso anstrengender je „erwachsener“ die Menschen in den Gruppen sind.

Auffälig ist, das, wenn man sensitiv genug ist… Also sensitiv genug im spühren solcher Energien und Stimmungen und Gedanken, man einen Blick auf die wirklichen, tieferliegenden Ursachen von Verhaltensweisen bekommt. Das ist Segen und Fluch zugleich, keine Frage.

Man hat das Gefühl, dass sogar kleinste Dinge, wie ausversehen die Tür im Haus zu laut zuzuknallen oder ein Kommentar von vor einem Monat, so lange hängen bleibt und genährt wird, bis es die größe eines Elefanten angenommen hat. Genährt wird diese Kleinigkeit keinesfalls erneut mit dem Problemchen. Es dient nur als Einstieg in einen Raum, in dem man alle seine restlichen Sorgen und Probleme, die der Art der Energie die einen aufgebracht haben ähneln, reinpumpt. Ist es schön groß und saftig, sucht man sich bereitwillig einen Auslöser, der es zum platzen bringt und alle angestaute Energie entladen werden kann.

Piushhhhshssshhhh.

Dieser Auslöser kann ein dahergelaufener Mensch sein, der zufällig gerade die Wege des Elefanten kreuzt und als Ziel auserkoren wird. Klatsch, mitten rein.

Ich wäre ja dafür, dass sich jeder ein Stück mehr seiner Emotional-und Mental-Hygiene zuwendet, damit diese spontanen Erruptionen in Tarnung von Allerweltsproblemen, die in Wirklichkeit aber über lange Zeit gemästet wurden, weniger werden. Menschen wissen anscheinend immer weniger wo sie ihren Müll abladen sollen. Das geniale an dieser Müllabladetechnik ist, dass sie nicht direkt ansprechbar ist. Schon gar nicht, für Menschen, die sich nicht um ihre Hygiene kümmern, geschweige denn, verstehen wollen, dass sie auch eine feinstoffliche Existenz mit sich herumtragen. Geschieht dieses Phänomen in Gruppen, in denen viele mit derben Flecken im Feinstoff daherkommen, entwickelt es sogar eine ganz erstaunliche Eigendynamik und führt meist dazu, dass sich ein regelrechtes Detailreichtum für Kleinigkeiten zeigt. Kritik äußern, bringt gar nichts. Überhaupt sich darauf einlassen, eröffnet nur neuen Detailreichtum über Kleinigkeiten des Hinzugefügten. Das einzige was man tun kann, ist wohl in der Nähe eines Blitzableiters zu sitzen, mit dem Rücken an einen Baum mit tiefen Wurzeln zu lehnen oder sich einfach mental soweit zurückziehen, dass man sich während dieses immer leiser werdenden Gebrabbels, was dann fast schon etwas angenehmes hat, genüsslich die eingelassene Badewanne am Abend vorstellen kann.

Blubb. Blubb.

 

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