Auszug TAKT vom 11.06.24

Warum wählen Menschen rechts oder unüberlegt?
Warum ist unsere politische Sphäre so uneffizient?

Ich glaube, weil wir Menschen uns im Alltag und generell hinsichtlich politischer Gewalt ohnmächtig fühlen. Ich glaube wir sind wütend, traurig, haben Angst sind einsam und leiden unter permanenter Selbstzerfleischung. Wir arbeiten zu viel, um nicht aufzufallen oder umgehen unser Innenleben mit anderen Ausweichstrategien und medialer Ablenkung oder Unterhaltung der ungesunden Art. Wir wissen nicht wo hin mit uns, unseren Gefühlen und der ganzen Ohnmacht den Geschehnissen gegenüber und nutzen jede Möglichkeit, jede Lücke unserem Unmut Ausdruck zu verleihen. Das Kreuz bei einer Wahl ist ein solches Ventil. Zudem ist es anonym und ich kann meiner Wut oder was auch immer mich treibt, mal ganz frei ihren Lauf lassen und denen „da oben“ zeigen, was ich von ihrem verzapften Mist halte und was das mit mir macht. Ich wähle dann aus Protest, nicht aus gesundem Menschenverstand, denn der hat sich bei der letzten Überstunde, dem letzten unterdrückten Wutanfall, dem letzten sinnlosen Tag ein, Tag aus, verabschiedet. Und naja, das kann man diesem gesunden Menschenverstand unter diesen Umständen (Krieg, umgebende Strukturgewalt und imperialer, patriarchaler Lebensweise) nicht verübeln, oder?
Nun… ich glaube wir kommen nur dagegen an, wenn wir wieder in einer gesunden Selbstermächtigung landen. Und ist das nicht das Ziel von Politik – Freiheit? Ich meine damit nicht die losgelöste Freiheit des „freien“ Marktes. Ich meine Freiheit in Angebundenheit, in Verbundenheit mit Erde und Mensch. Unsere Empfindsamkeit in eine Stärke ver-wandeln. Gesunde Selbstermächtigung ist demokratisch und sollte eigentlich etwas sein, dass vom Establishment, von er Regierung gewollt und gefördert wird. Es hilft der mündigen Entwicklung als Mensch bzw. Bürger*in eines Verbundes, eines Landes, eines Staates, eines Volkes, oder nicht? Gesunde Selbstermächtigung kann nur so funktionieren, dass es das Herz einbezieht. Heutige Politik ist ein unübersichtliches Gemisch an rationaler Oberflächlichkeit, wenig Vielfalt und noch weniger echtem Zuhören. Verständnis wird so übergangen und Gräben vertieft. Es ist keine politische Schönheit zu entdecken, die normaler Weise so viele mannigfaltige Beziehungsweisen, Sichtweisen und Kulturen mit sich bringen.
Gesunde Selbstermächtigung wird auch dadurch gefördert, dass ich etwas tun KANN. Dafür benötige ich vor allem Zeit und Lust, mich mit anderen zusammenzuschließen. Transformative Projekte beispielsweise, tun genau so etwas. Sie machen sich auf den Weg um sozialökologisch vertretbare Ziele, im Rahmen eines gemeinsamen TRaumes unseres WeltenRaumes zu erreichen. Innerhalb des Zeitverlaufs eines solchen Unterfangens tun sich Menschen zusammen, erfolgen stärkende Kontakte, erreicht man Lösungswege, erfolgreiche Meilensteine, lernt einander besser kennen, lernt neue Fähigkeiten und ergänzt sich auf eine vielfältige Weise so, dass Selbstermächtigung wächst. Im besten Fall erreicht man das anvisierte Ziel des Projektes und ist die Projekt-Spirale durchlaufen, die einem inneren und äußeren Wachstumspfad entspricht.


Meine Idee für Selbstermächtigung sind Projekte… ein wichtiger Bestandteil von transformativem Aktivismus. Eine unter 3 wesentlichen Sphären, die Poltische Wirkmacht erzeugt. Die drei Sphären sind TRäume(n) (entspricht einem Anlauf nehmen, gemeinsamen verzweigen von Bedürfnissen, Gefühlen & Wünschen), Heilung (Kultivierung Innenleben/IDG´s), Verwirklichung (im Schwerpunkt über Projekte / SDG´s).

Gesunde Selbstermächtigung ist etwas, dass man lernen muss und lernen braucht Zeit… Es geht nicht indem man eben mal soziale Ingenieurskunst anwendet, durch die man auch nur wieder in alter patriarchaler Weise (eine Denkart!) versucht den Gesellschaftskörper mechanisch zu „berichtigen“ oder “repariert“. Es braucht Zeit und Raum, einen TRaum für die richtige Ausrichtung und dann den Weg gehen…
Der Weg entsteht dadurch, dass wir ihn herzhaft gehen. Indem ich kreiere, stärke ich mich selbst und erzeuge ungeahnte Möglichkeiten für alle Beteiligten.

Und sind letztlich nicht all diese Unwirklichkeit und Herausforderungen um uns eine Möglichkeit unsere innere Größe zu entdecken und zu leben?
Zumindest gibt es die Option, öfter die Perspektive(n) zu wechseln und sich damit den Gefallen einer erfrischenden Wahrnehmung zu erlauben. Was erlauben sie sich?! 😀 Nun, ich versuche auf unser Menschsein klar zu kommen. All der oberflächliche Zickzack im gesellschaftlichen Maskenball lässt mich immer weniger aus der Haut fahren. Ich glaube ich mache Fortschritte 😀
Wie kommt man einer lebensdienlicheren Lebensweise und Kultur näher?

Ich glaube, indem man den „freien Markt“ mit Geschenken überlistet und sich dabei einen menschlichen Korridor erschafft, in dem andere Blüten gedeihen können. Halleluja!

Und: In dem wir uns die Wunder dieser Zeit nicht nehmen lassen.


Oder nicht?

2 Gedanken zu “Auszug TAKT vom 11.06.24

  1. Danke für den anregenden Text.

    Wenn wir unser soziales Handeln mehr und mehr auf Angebote begrenzen, auf Anordnungen, Befehle und Androhungen verzichten, vermehren wir die Handlungsmöglichkeiten unserer Mitmenschen. Dabei ist es für mich nicht so wichtig, ob das Angebot ein Geschenk, etwas zum Teilen, Tauschen oder Verkaufen enthält. Wichtig ist das Angebot, angefangen bei der bewussten Wahrnehmung des Mitmenschen, ein Lächeln oder einem Gruß.

    Danke für Ihre Aufmerksamkeit.

    Liebe Grüße

    Alfred

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  2. Danke für dein Kommentar Alfred.

    Für mich einleuchtend, was du schreibst.
    Umso bedingungsloser das Angebot und frei von Ergebnis,
    desto erfüllender für alle Beteiligten.

    Von Angebot & Nachfrage zu Angebot & Bedürfnis.
    Nachfrage kann natürlich das Bedürfnis wiederspiegeln.
    Doch ist das Bedürfnis echt, natürlich, spiegelt es Notwendiges?
    Um es hiernach doch ein mal aus dem Wirtschaftszusammenhang ins Leben
    und vielleicht wieder zurück zu transferieren sei es trotzdem erwähnt. ; )

    Herzlich,

    CreⱯ

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