Echt jetzt

Es gibt kein richtiges Leben im Falschen. Adorno sagte das ein mal. Der soll schlau gewesen sein, so sagt man. Gerne schmückt man sich mit Gedanken von Leuten, die schlau gewesen sein sollen.

Bezogen auf unsere Welt, wo sollte man dann leben können. Richtig leben können?

Denn genau betrachtet, ist das Falsche so ziemlich überall.

Masken die Menschen sich geben um in einem Spiel mitzuspielen, das sie sie sich nicht eingestehen aber gezwungen sind mitzuspielen. Wer aus der Reihe tanzt, hat ganz schnell Geldprobleme oder wird diffamiert oder wird als Falschspieler abgestraft. Müsste man nicht eigentlich als Falschspieler in einer falschen Welt, das richtige tun?

In einer Welt, die so verrückt ist wie die unsere, ist man verrückt, wenn man nicht verrückt wird und mutig wenn man sich treu bleibt.

Überall Falsches?

Im Fernsehen, in Berufen, in Schulen, auf der Straße, im Club,…

Warum?

Weil so gut wie alles einer Systematik unterworfen ist, die man für real hält. Ich meine sie bildet unsere Realität, große Teile unserer Kultur aber nur weil wir das zulassen. Diese Systematik hat sich zu großem Teil verselbständigt. Es erweckt den Eindruck, als wäre das normal. Das Normalste der Welt ist in diesem Fall allerdings das verschobenste, umgedrehteste was man sich nur vorstellen kann.

Vom Menschen zum Geld über Profit zum Kapital, von dort aus über den Menschen zum Materiellen zum Markt zu alternativlos zu Schwarz und Weiß, dem Menschsein fern.

Sphären die dieser Systematik nicht unterworfen sind? Gibt es die?

Einziger Rückzug wäre dann wohl die Familie, Freunde. Nicht die auf Facebook.

Auch hier ist aber immer deutlicher eine Zersetzung zu beobachten.

Warum?

Weil die Zeit von den Banken, vom Geld, vom Kapital gekauft wurde. Alle sind damit beschäftigt sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen, Karriere zu machen oder sonst irgendeinem hirnverbrannten Unsinn nachzugehen, von dem sie erwarten, dass es sie glücklich macht. Der Markt wird´s dann richten. Genug Geld wirds dann richten. Urlaub wird´s dann richten.

Weil sich immer mehr Familien zu Fremden werden. Freunde zu Fremden werden.

Von Familien über Freunde zu Fremden zu Rechts-Entitäten?

Wenn der Freundeskreis oder die Familie nocht nicht umgepolt wurde, zu Fremden gemacht wurden, besteht noch Hoffnung.

Das fatale ist, sobald man den behüteten Familienkreis verlässt, und das muss man unweigerlich, stürzt sich eine Welt auf einen. Man denkt es wäre andersherum aber so ist es nicht. In Wirklichkeit wird man hereingesogen in die Systematik. Manchmal schleichend, manchmal mit einem Schlag. Früher oder später wird man aber hereingesogen und vereinnahmt. Eingespannt. Und man läuft dieses Hamsterrad, und läuft und…läuft und läuft…Läuft bei dir?

Es mag Oasen geben. Die halten sich bis heute. Mitunter entsteht im Gewirr auch mal etwas Neues. Etwas, das sich nicht der System-Logik unterwirft. Etwas nahezu Eigenständiges, was neue Impulse hervorruft, aus altem schöpft, neues schafft. Eine andere Richtung vor-schlägt, ein-schlägt.

Was ist die richtige Richtung?

Defintiv nicht die alte.

Echt jetzt?

Echt. Mehr davon. Mehr Echtes. Mehr echte Menschen. Mehr echte Menschen die echte Sachen machen. Echte Menschen, die sich trauen mutig zu sein. Ja, schon.

Morpheus würde wohl so etwas sagen wie:

Ein goldener Käfig ist auch wenn er schick und aus gold besteht, immer noch ein verdammter Käfig.

Rote Pille oder blaue Pille?

Rot tut vielleicht erst ein mal weh aber ist wenigstens kein weiter wie bisher.

Blau ist wie Seele verkaufen und nicht kapieren, dass sie nicht zum Verkauf steht.

Matrix lohnt sich anzusehen. Es ist kein Film. Tatsache, eine Dokumentation. (Keanu Reeves)


 

Kunst brüstet sich gern damit „neu“ zu sein. Wäre sie das, würde aus ihr heraus wirklich Neues entstehen. So entsteht nur Kunst-Gewerbe, was einem Markt unterworfen ist, was Geld motiviert ist, was den falschen Kanal bedient. Umzuschalten wird teuer, da das Neue kein Zahlungsversprechen leistet, das kann es gar nicht, denn es ist sein Wesen.

Kreativität beschränkt sich eben nicht auf Althergebrachtes(t), noch tut dies Fantasie.

Kreativität knüpft an, Fantasie webt. Beides gemeinsam, lebt.

 

 

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