Medizin & Ü50

Ich hatte eine Interessante Begegnung mit einer Frau über 50.

Ich weiß wie das jetzt klingt ;P

Nichts dergleichen.

Ich war ein Student, der Geld brauchte und sich durch einen „Dialoger“- Job im Ikea etwas dazu verdiente. Das heißt, ich versuchte die dort hastig umherirrenden Kunden des Ikeas dafür zu gewinnen, für die Uno-Flüchtlingshilfe einen möglichst hohen Betrag zu spenden. Erstaunlicher Weise gelang mir das recht gut. Schön war der Job trotzdem nicht und die Methoden, um die „Einwände“ der Menschen zu „behandeln“, glichen eher einem Psychospiel als einem Appelieren an die Großzügigkeit der Leute. Wobei es so wohl ökonomisch effektiver zum Spenden kommt… Traurig genug für eine Gesellschaft, die im Geld schwimmt. So viel hierzu.

Ich war also im Gespräch mit dieser Dame. Nach einigen Worten, stimmte sie zu einen beträchtlichen Betrag zu spenden. Sie war sichtlich stolz darauf, dass sie das so ohne weiteres leisten konnte und mich damit zum staunen brachte. Als sie die Unterschrift getätigt hatte, sprach sie mich auf meinen Studiengang an und was ich denn so mache. Als sie das erfuhr, erzählte sie mir davon, dass sie in einem der lukrativsten und erfolgreichsten Pharmaunternehmen Deutschlands arbeite, welches noch immer in Familienhand sei. Ich bemühte mich beeindruckt auszusehen. Sie lies mich verstehen, dass sie gutes Personal wie mich gebrauchen könnten und was ich verdienen würde, direkt kurz nach dem Einstieg. Nicht auszumalen diese Dimensionen! Na Mensch, tolle Sache. Daraufhin kam eine längere Diskussion über Pharmakonzerne, alternative Medizin, Medikamente, Motive der Herstellung von Arznei, riesige Gewinne, Ethik und meine frechen Fragen auf, was die Dame mir mit einem entschiedenen Rückzug ihres Arbeitsangebotes beantwortete.

Ich war anscheinend doch nicht der richtige für den Job aber Halleluja! Was die Gewinnspannen angeht, hat mich das schon sehr zum Nachdenken bewegt. Und was zum Thema Medikamente und Arztpraxen etc. anfiel, war nicht ohne.

Ein großer Punkt sind Patente. Wenn ein Pharmaunternehmen ein Patent anmeldet, bekommt es immer wieder Geld, wenn Menschen damit behandelt werden. Geschieht dies nicht, würde niemand von solch einer Anwendung hören.

Gibt es ein Motiv, nicht-patentierbare Heilmethoden zu unterdrücken?

Ja.  Wenn man Geld mit Patenten verdient, die ansonsten nichtig werden, ist es das.

In manchen Branchen mögen Patente eine sinnvolle Sache sein. In der Ingenieurs-Branche zum Beispiel, erscheint es fair jemandem einen Vorsprung zu gestatten, der durch innovative Ideen und Tüfteleien eine effizientere Maschine gebaut hat und der Konkurrenz damit ein Schnäppchen schlägt. Die Belohnung ist der Vorsprung, den man sich für ein paar Jahre sichert.

Verglichen mit der Gesundheits-Branche, in denen der einzelne Mensch auf die beste Heilmethode angewiesen ist, erscheint ein Patent, welches aus ökonomischen Zwecken existiert zweckentfremdet. Es dient dem Profit. Aber Profit dem Wohl des Menschen überzuordnen, dann noch im Extrem, d.h. nicht-patentierbares zu unterdrücken, ist gelinde gesagt – eine Ab-Art menschlichen Denkens.

In dieser Art der mentalen Infrastruktur breitet sich der gierige Lappen von einem Gedanken über die gesunde Landschaft der Menschlichkeit aus und besprüht sie mit einem Pestizid namens: Antibiotikum.

Ein Antibiotikum (von griech. ἀντί- anti- „gegen“ und βίος bios „Leben“; Plural: Antibiotika)

Pestizide (von lateinisch pestis ‚Geißel‘, ‚Seuche‘ und lat. caedere ‚töten‘)

(Wikipedia)

Unterdrückte Wahrheiten sind auch nur halbe Wahrheiten, aber immerhin Wahrheiten.

Wahrheit, hat nicht einer. Wahrheit haben alle gemeinsam. Pluralität ist Grundlage für Wahrheit. Diversität in Ansicht, Meinung und Wissen spiegeln sich in gewisser Weise Verständnis und fehlende Perspektiven. Meinungs- und Denkfreiheit sind essentielle Grundbausteine einer aufgeklärten, mündigen, sich selbst bestimmenden Gemeinschaft. Eine Gemeinschaft ist dann eine Demokratie, wenn sie sie dies schafft zu verwirklichen.

 

Abgesehen davon bin ich der Meinung, dass viele Medikamente einfach dazu dienen, diesen Apparat des Konsumierens von künstlichen Präparaten, mit denen man eine ungeheure Summe Geld verdienen kann, am laufen zu halten. Das Jemand seinem gegenüber absichtlich schadet aufgrund von Profit-Interesse, möchte ich Niemandem unterstellen, dann würde ich seine Menschlichkeit auf Nanopartikel“Größe“ dezimieren. Allerdings glaube ich, dass man so ein Verhalten in einer Gruppe, einem bestimmten GruppenGeist, bzw. Lobbykreis, der in erster Linie abstrakt erscheint, eher zutrauen kann. Wie war das mit dem Herdentier, was sich einfach damit entschuldigen kann, dass es nun einfach „eben mal so ist“ und das ja „alle machen“ ? Zusammen vertuscht und lügt und bescheißt sich´s besser?

Die Beobachtung, die sich mir heutzutage erschließt, deutet schon darauf hin, dass sich jener „Geist“, diese mentale Landschaft, schon sehr in das alltägliche Leben von Menschen vor“gearbeitet“, eingeschlichen hat. Klammheimlich, ohne dass man es wahrnimmt bestimmt dieser Geist Interessen, Neigungen und Meinungen.

Wie verökonomisiert bist du? Was denken deine Gedanken, wenn du sie nicht beobachtest?

Ist Menschlichkeit ein mental zu greifendes Phänomen?

Oder vielmehr ein humaner Akt, der dem „Gefühl“ entspringt?

Garnichts dergleichen oder beides?

Wer ist menschlicher?

Der Bankster, der sich  unmenschlicher Praktiken bedient, im Geiste seiner Firma, damit er seiner Tochter das lang ersehnte College-Stipendium bezahlen kann –

oder

Der Bundeswehr-Soldat, der im Einsatz einen Terroristen mit einer Splittergranate zu Grunde richtet, dabei aber einer unschuldigen Familie im Nebenzimmer Frau und Kinder nimmt?

Könnte es sein, dass beide zu tiefst überzeugt sind, dass in ihrer Situation richtige zu tun? Würdest du es anders machen?

Könnte es sein, dass die Entscheidungen, die sie in diese Situation getroffen haben alle von zu wenig Menschlichkeit begleitet waren? Oder war es die Vernunft, die fehlte?

Oder ist es das System, in dem sie Leben, Denken und wirken, was ihnen sanft, schleichend und heimlich Gedanken einflüstert, die nicht die Ihrigen sind?

Keine befriedigende Antwort.

. . .

 

 

 

 

 

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