Enormform

Formen die heutigen Anstalten, ehm Institutionen das, was der Kapitalismus bedarf?

Also in der Universität kommt mir das schwer so vor. An besonderen „Aktions“-Tagen stehen auf dem Campus Unternehmen und präsentieren sich so gut sie können um potenzielle Arbeitnehmer zu finden. Keine Frage, sicher eine gute Sache für Interessenten. Was mir allerdings auffällt ist, besonders in den Wirtschaftswissenschaften werden Studierende für den Arbeitsmarkt geformt. Geformt ist dort der richtige Ausdruck. Kritische oder alternative Wirtschafts-Formen kommen gar nicht oder ganz am Rande der Folie ein mal erwähnt vor. Eingetrichtert wird das, was Marktkonform ist, das was der Arbeitsmarkt verlangt.

Arbeit, Arbeit, Arbeit – das Mantra zur Religion „Leistung“ in einer Gesellschaft, für die der Wert „Leistung“ und „Arbeit“ scheinbar mehr Zeit einnimmt, als alles andere.

Moment, mehr Zeit als alles andere? Ich sehe und kenne es bei meinen Eltern. Diese Generation der heute 40-50 Jährigen. Irgendwie tut es weh, sich die Wahrheit anzusehen.

Hat Michael Ende in seinem Buch „Momo“ vielleicht gar nicht untertrieben als er die fiktiven Zeitbanken den Menschen ihre Zeit abluchsen lies?

Menschen lernen laufen, sprechen, damit sie zur Schule gehen können, unterrichtet werden in…ja was eigentlich? Aufjedenfall kann man dann auch noch länger lernen und studieren und dann geht man natürlich arbeiten, so lange hat man auf diesen Moment hingearbeitet. Und dann arbeitet man bis zum nächsten heiß ersehnten Moment – dem Rentenalter, in dem man endlich genügend Zeit hat um zu reisen und alles zu tun, was man schon immer tun wollte. Als Rentner hat man dann leider auch nicht richtig viel Zeit, denn dann ist man von Beruf Rentner, denn man ist ja nie aus der Religion „Leistung im Hamsterrad“ ausgetreten. Wie schwer muss es sein einem Glauben, den man das ganze Leben lang praktiziert hat, den Rücken zu kehren? Zum Ende hin, nun zum Ende stirbt man. Vielleicht hat man genügend verdient und landet in einem Altersheim mit Klimaanlagen und nettem Personal, bekommt täglich frisches Obst und hat am Abend jemanden der sich für seine Lebensgeschichte interessiert. Die Familie kommt pünktlich zu Geburtstagen und auch Feiertagen, um sich zu vergewissern, dass man nicht vergessen hat sien Testament aufzusetzen, damit das übrige Geld was man im Leben verdient hat, noch die richtigen Adressaten findet. So eine Familie ist schon was schönes. Puhhhh. Natürlich ist das eine recht düstere Zeichnung unseres Werdegangs in dieser Gesellschaft aber einiges an Wahrheit blinzt dort schon durch.

Wie sehr formt eine Wirtschaftsweise die Gesellschaft?! Enorm ! Eeenorm.

Ökonomie, also die Wirtschaftsweise, sollte in die Gesellschaft eingebettet sein, könnte man denken. In der Realität sieht es allerdings so aus, dass die Gesellschaft in die Wirtschaft eingebettet ist. Da kommt dann das heraus, worauf die Platine, die Grundlage dieser „Wirtschaft“ eingetellt ist. Laufen, Laufen, Rennen im hamsterlichen Rad der Religion. Nicht zu verwechseln mit dem 8-Fachen edlen Pfad, das ist Buddhismus. Unendlich muten trotzdem beide an…

Nur ist es eine gehörig riesiger Unterschied ob etwas in der Mensch-Material-Beziehung, wie im Kapital-ismus, unendlich wächst. Oder… ob Mensch in einer Mensch-Seele-Beziehung dem Unendlichen näher kommt. Denn das „Material“ im Kapitalismus ist der Natur entlehnt. Und nutzt man diese Lehne ohne Rücksicht ab, fällt man hinten herunter. Aber man fällt nicht auf weichem Stoff. Mensch fällt und fällt und fällt… hoffentlich nur gehörig auf die Nase. Im heutigen Stil der Ökonomie wird Natur ausgeklammert und als lebloses Ding wahrgenommen, dass es zu beherrschen und auszubeuten gilt. Menschen werden in der Wirtschaftswissenschaft als Homo Oeconomicus angesehen – Jemand der nur darauf aus ist, seinen Nutzen zu steigern und das bitte effizient. Wenn ihr mich fragt, ist das vergleichbar mit Kindern die,.. nein nicht mal mit Kindern. Kinder sind zu unschuldig. Wenn ihr mich fragt, ist das vergleichbar mit einem Mann, Ende 50, der auf einem Auge blind ist und seine Mutter schlägt, erpresst und ihr das was sie hat weg nimmt, um es auf dem Schwarzmarkt zu Kapital zu verwerten, damit er sich damit Freunde kaufen kann. Obendrein spielt er den lieben langen Tag ein Spiel, dass „How to fuck up the World“ oder Monopoly-Extreme heißt. Dabei ist er verbissen darauf aus, das Spiel zu gewinnen. Nur sieht die Spielanleitung kein Ende vor. Jede letzte Runde, beginnt eine neue Runde, nur dass derjenige, der zuvor alle Straßen aufgekauft hatte, seine Hotels und Bahnhöfe und Krankenhäuser und Wasser-und Elektrizitätswerke behält. Und damit die anderen noch Lust haben mit ihm zu spielen, gibt er über die Bank, zu der er beste Kontakte pflegt, Kredite aus, damit die anderen mitspielen können. Ganz schön ungeil. Also je nachdem.

Enormes Formen füllt den Raum aus,

verkrüppelt mentale Landschaften ebenso,

verheißungsvoll strecken sich Türme gen Himmel,

all das, so ein Gefühl, gab es schon.

Wenn nicht, wird es das geben,

denn geben ist seeliger als nehmen.

Moment, ein mal verdreht die Logik,

scheint Falsches ganz wesentlich.

Was ist der Mensch?

Kann er was sein oder wer sein?

Setzt er sich zur wehr?

Mit… ohne Gewähr?

Verquer ist die Realität,

verkehrt Karma, Ziele und Synapsen.

Strapazen lassen sich nicht umgehen,

nur damit umgehen und

hinsehen, ja unbequem!

Von da ist´s nicht weit zum revolutionären Renovieren,

der Anstrich muss neu ja,

aber das ist nur die halbe Wahrheit,

Ganz sein muss der Blick,

damit der Winkel sich recht ausrichten kann,

aller Anfang fällt eben schwer,

nur lieber schwer anfangen als Schwere ertragen.

Um wieviele Ecken müssen wir denken,

damit es ein Kreis – und kein Shice wird?

 

 

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