Stau

KRAWUMMS

Spitzen in der Reaktion, auch Abreagieren genannt – findet sich oft in Gewalt.

Woher kommt das?

Mittelfristig – Ereignisse aus letzter Zeit, ungelöst.

Kurzfristig – Tageserlebnisse, ungelöst.

Langlangfristig – Kindheit, ungelöst.

Letztlich sind alle Reaktionsspitzen auf Gefühle zurückzuführen. Es gibt Gefühle, die wir seit Kindheitstagen durch unsere Eltern oder Kitas oder andere Einflüsse mit uns herum tragen, in unserem emotionalen Körper. Konnten wir bestimmte Gefühle zu bestimmten Zeiten oder wiederholt nicht ausdrücken, nicht leben, kommt es zum GefühlsStau. Umso länger diese Erlebnisse zurückliegen, desto heftiger artikulieren sich ihre Wirkungen – ihre Formungen im Hier und Jetzt – für die irgendwelche Erklärungen herangezogen werden wollen. Doch nur zu oft verfehlen die Ekrlärungen die Ursache.

Treffen heutzutage entsprechende Ereignisse auf unseren Emotionalkörper, den wir ob wir wollen oder nicht, immer mit uns herumtragen – kommt es zur Eruption. Im Yoga kann man das als friedliche Tränen erleben. Durch ganz bestimmte Atmungen oder Körperbewegungen lösen sich „Blockaden“ – mit anderen Worten, in bestimmten Regionen unseres Emotionalkörpers lässt der Stau nach und es fließen – Tränen. Das ist ein sehr friedlicher Umgang mit unseren angestauten Emotionen.

Gewalt ist auch eine Art des Ausdrucks und hilft, Emotionsstau loszuwerden. Nur richtet man seine angesammelte Energie auf andere Menschen. Man projeziert seinen Frust (noch harmlos), weil man nicht anders gelernt hat damit umzugehen. Man erschafft sich Feindbilder. Das macht es ganz einfach, könnte man meinen. Den Gefühlsstau gegen etwas zu richten erscheint plausibel und unkompliziert. Ist es doch ein verstopfter Zugang zur eigenen Gefühlswelt, der durch Ignoranz immer mehr verkommt.

Radikale Linke, Rechte und anderweitige Gruppierungen sind letztlich Teil-Ausformungen dieses jenen Gefühlsstaus. Mit hoher Wahrscheinlichkeit aus Kindertagen verdrängt. Der Irrtum heutiger Schlichtversuche besteht darin, die Köpfe dieser Menschen anzusprechen. Gefühle lassen sich aber nicht im Intellekt lösen. Dies wiederum scheint ein weiteres Krankheitsbild zu sein und nennt sich: Rationalisierte Gefühlswelt.

Ich habe das am eigenen Leib erfahren. Es gibt Momente im Leben, in denen unser Körper Gefühle einfach abriegelt und den Zugang dazu versperrt, weil sie zu mächtig wären und uns wohlmöglich niederstrecken könnten. Reine Schutzmaßnahme um unser Wohlergehen zu sichern. Irgendwann werden diese abgeriegelten Bereiche im Emotionalkörper sich jedoch Raum verschaffen wollen. Es liegt an uns zu erkennen und zu entscheiden welche Formen sie in unserer Welt annehmen sollen. Dies liegt in der Verantwortung eines jeden einzelnen. Schlimme Erfahrungen in der Vergangenheit geben einem nicht das Recht, andere dafür büßen zu lassen. Es kann beglückend sein, sich auf seinen eigenen Emotionalkörper einzulassen und die gewaltige Kreativität des Ausdrucks zu erleben.

So wie sich sexuelle Energie in feinere Amplituden, wie Erotik ausdrücken lässt, bis hin zu transzendenten Erlebnissen aufgelöst in reiner Liebe,

lassen sich gesammelte Emotionen gezielt in friedlicher Bewegung, sogar in Kunst lenken.

Aus ehemals hässlichem Gefühlsstau kann durch bewusstes Handeln neues Schönes entstehen, mit dem sich unsere Welt bereichern lässt, anstatt sie ärmer werden zu lassen.

Was ein Crummes Eck (http://crummeseck.de/) macht, indem es für die Tonne vorgesehene Lebensmittel rettet und den durch Austausch gewonnenen Mehrwert in regionale nachhaltige Projekte fließen lässt, kann ein einzelner Mensch ebenso tun; Indem ersie verdängte Emotionen, durch anschauen und neues Erleben, quasi Aufleben – in etwas Schönes fließen lässt.

Gemeinsam Schönes entstehen zu lassen hat doch seinen Reiz, nicht wahr?

 

 

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